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14.11.2008
Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht

Kampagne gegen Hitlers Ehrenbürgerschaft geht weiter!

Antifaschistischer Ratschlag Kaiserslautern sammelt weiter Unterschriften

Auf der trotz miserablem Wetter gut besuchten Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht in Kaiserslautern, am Abend des 9. November auf dem Synagogenplatz, bekräftigte der Vertreter der VVN-BdA in seiner Rede, dass man beim Thema Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers und Co. nicht locker lassen werde.

Wörtlich sagte er:

"... Es ist gut, richtig und nur zu begrüßen, dass die Stadt Kaiserslautern den 70. Jahrestag zum Anlass nimmt, morgen in der Fruchthalle um 19:00 Uhr eine offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt durchzuführen. Wir möchten auch hier und heute dazu aufrufen, sich daran zu beteiligen.

Es wäre aber ein weiteres politisches Signal gewesen, wenn sie diesen Jahrestag auch zum Anlas genommen hätte, in einer Sache tätig zu werden, die in diesem Jahr 75 Jahre her ist. Am 26. April 1933 wurde, nachdem man die Sozialdemokratischen Stadtratsmitglieder mit Drohungen aus der Stadtratssitzung vertrieben hatte, Hitler, Gauleiter Bürckel, Reichsinnenminister Frick und der Steigbügelhalter des Faschismus von Hindenburg einstimmig zu Ehrenbürgern der Stadt Kaiserslautern gewählt.

Die meisten der an die 4000 Städte, die 1933 Hitler die Ehrenbürgerschaft angetragen hatten, haben nach 1945 diese rückgängig gemacht bzw. diese gestrichen, so auch die Partnerstadt von Kaiserslautern Brandenburg im Jahre 1991.

Um nicht missverstanden zu werden: Wir fordern nicht Geschichtsrevisionismus, also den Fakt der Ehrenbürgerschaft einfach wegzulassen. - Nein, wir fordern politische Auseinandersetzung, eine gemeinsame Erklärung des Stadtrates und einen Beschluss, der so aussehen könnte wie in Brandenburg.

Dort steht unter den aufgeführten Ehrenbürgern: »Aberkannt wurden 1991 drei Ehrenbürgerschaften ...«, und dann der Name Adolf Hitler.

Wir stimmen Jacob Süss zu, der in der Ratssitzung am 14. November 1946 in Ludwigshafen folgendes sagte:

»Ohne Rücksicht auf die Gesetze möchte ich zum Ausdruck bringen, dass diese Angelegenheit nicht nur eine gesetzliche, sondern auch eine moralische ist, und dass wir als Stadtrat verpflichtet sind, von den Beschlüssen des Nazistadtrates abzurücken. Es ist eine Charaktersache; denn tote Lumpen bleiben trotzdem Lumpen.«

Angesichts des Naziaufmarsches am 1. Mai in Kaiserslautern, angesichts des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht, angesichts des 75. Jahrestages der Ehrenbürgerschaftsverleiung und dem Rauswurf der SPD-Stadtratsmitglieder aus der Ratssitzung hätte ein solches politisches Signal der politischen Elite dieser Stadt gut zu Gesicht gestanden.

Sei es drum, was nicht ist, kann noch werden. Wir werden weiter diskutieren und Unterschriften sammeln. Auch diese Gedenkstätte, an der wir uns hier befinden, hat lange Diskussionen, viel Engagement von Vielen gefordert, bis sie endlich errichtet wurde".

Unterschriftenlisten können auf dieser Internetseite heruntergeladen werden, und es kann online unterschrieben werden: Ehrenbürgerschaft NO.




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